Auf Nummer sicher für die Grosse Liebe

von Redaktion Traumhochzeit
 

Wenn sich zwei Menschen für eine Heirat entscheiden, glauben sie an ein Glück bis zum Lebensende. Wozu also ein Ehevertrag? Doch ein solcher Vertrag hat nichts mit Zweifeln zu tun. Er steht für Sicherheit und schließt die Liebe nicht aus. Denn eine große Liebe lässt Platz für kleine Kompromisse.

EHEVERTRAG REGELT DIE FINANZIELLE ZUKUNFT

Vor dem Altar schwören sich Paare die ewige Liebe, doch die Realität sieht leider anders aus: Gut ein Drittel aller Ehepaare lässt sich scheiden. Und mit dem Ende der Ehe beginnen häufig Streitigkeiten über die Aufteilung der Güter und den Anspruch von Unterhalt oder Versorgung. Denn die finanziellen Konsequenzen einer solchen Lebensgemeinschaft sind vielen gar nicht bewusst. Und steht erst Trennung oder Scheidung kurz bevor, ist eine einverständliche Vereinbarung nur schwer zu erreichen. Direkt nach der Eheschließung, wenn beide Partner nur das Beste für einander wollen, fällt es viel leichter, einen solchen Vertrag zu schließen.

Aber Vorsicht: Ein Standardvertrag reicht nicht! Ein Notar sollte ihn nicht nur beurkunden, sondern auch die individuelle Interessenlage erfragen. Allerdings ist er zur Neutralität verpflichtet und wird ausschließlich den Willen der Eheleute beurkunden. Deshalb ist es wichtig, die Einzelheiten vorher mit einem Anwalt abzusprechen. Und es ist kein Grund, verletzt zu sein, wenn eine Ehegatte einen eigenen Rechtsbeistand beauftragt. Denn nur wenn wirklich die Interessen beider berücksichtigt werden, ist ein solcher Vertrag auch rechtsgültig. Auf jeden Fall sollten beide Ehepartner die Regelungen des Vertragsentwurfes nochmals genau durchsprechen und eventuelle Unklarheiten mit dem Rechtsanwalt beraten. Änderungswünsche werden nach Rücksprache mit ihm in den Vertrag aufgenommen. Erst wenn er zur Zufriedenheit beider formuliert ist, wird er vom Notar beurkundet.

GÜTERSTÄNDE

Grundsätzlich werden drei Güterstände unterschieden. Ohne Ehevertrag lebt das Paar in dem Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Das bedeutet:

■ die Vermögen von Mann und Frau sind und bleiben getrennt
■ kein Ehepartner haftet für Schulden des anderen
■ gemeinsame Haftung besteht nur für gemeinsam aufgenommene Schulden oder gegenseitige Bürgschaften.

Folglich kann jeder Ehepartner allein über sein Vermögen bestimmen – ohne Zustimmung des anderen – solange er nicht sein ganzes Vermögen oder Haushaltsgegenstände veräußert. Im Falle einer Scheidung kommt es zu einem Vergleich: Ermittelt werden Anfangsund Endvermögen von jedem Ehepartner. Und es wird errechnet, wer den höheren Vermögensüberschuss erwirtschaftet hat. Die Hälfte dieses so genannten Zugewinns muss er seinem Ehepartner auszahlen. Dieser Zugewinn kann dann die Existenz bedrohen, wenn das erwirtschaftete Vermögen eines Partners in einem Unternehmen steckt, das durch die Scheidung liquidiert werden müsste.

Eine Gütertrennung wird durch einen notariellen Ehevertrag vereinbart und bewirkt, dass es keinen Vermögensausgleich zwischen Mann und Frau gibt. Während der Ehe unterliegen die Partner keiner Verfügungsbeschränkung.

Sinnvoll ist eine solche Gütertrennung in folgenden Fällen:

■ zum Schutz eines Unternehmens im Fall einer Scheidung
■ bei Eheschließung vermögender Partner
■ bei erneuter Heirat von älteren Eheleuten.

Generell gilt: Es sollte reifl ich überlegt werden, ob eine Gütertrennung sinnvoll ist! Nicht zuletzt hat ein solcher Vertrag auch erbrechtliche Folgen. Allerdings ist es möglich, eine reine Gütertrennung sachgerecht abzu ändern, um die Interessen beider zu wahren. In diesen Fällen sollte unbedingt ein Rechtsanwalt hinzugezogen werden!

Bei einer Gütergemeinschaft wird das gesamte Vermögen der Ehepartner gemeinschaftliches Eigentum. Dazu zählt auch alles, was bereits vor der Hochzeit vorhanden war. Der Haken dabei: Bei einer Gütergemeinschaft haften die Ehepaare auch gemeinsam für alle Verbindlichkeiten.

UNTERHALTSANSPRÜCHE

Ein geschiedener Ehepartner, der nicht selbst für seinen Unterhalt sorgen kann, hat grundsätzlich einen Unterhaltsanspruch. Und der besteht häufi g ein Leben lang! Die Hö he des Un terhaltes richtet sich nach dem Le bens standard während der Ehe – selbst wenn die nur kurze Zeit bestanden hat. Nur durch einen Ehevertrag kann diese gesetzliche Unterhaltsregelung individuell verändert werden, wobei sogar ein vollständiger Verzicht möglich ist! Nicht zulässig sind dagegen solche Unterhaltsregelungen für Kinder und die Zeit während der Ehe. Auch hier gilt: erst die Beratung, dann die Unterschrift!

VERSORGUNGSANSPRUCH

Bei einem Versorgungsausgleich werden im Fall einer Scheidung die Rentenanwartschaften der Partner, die während der Ehe erworben wurden, gegeneinander aufgerechnet. Die Sum me wird geteilt. In der Regel bedeutet die ser Ausgleich, dass ein Partner dem an deren später einen Teil seiner Rente überlassen muss. Auch dies lässt sich durch einen Ehevertrag umgehen, al lerdings müssen solche Änderungen vom Fa miliengericht ge nehmigt werden. Das Ge richt prüft alle Vereinbarungen, damit ein angemessener Aus gleich im Alter vorhanden ist.

Dies bezieht sich auf:

■ gleichzeitig getroff ene Unterhaltsregelungen
■ mögliche Vermögensauseinandersetzung im Fall einer Scheidung
■ die Sicherung des Berechtigten für den Fall der Erwerbsunfähigkeit.

Was kostet ein EHEVERTRAG?

Die Vergütung des Notars ist ex akt nach der Kostenordnung festgelegt. Der Notar kann bspw. bei einem Vermögen der Ehegatten von 40 000 Euro eine Gebühr von 228 Euro plus Telefon, Porto und Mehrwertsteuer berechnen. Die Kosten für einen Rechtsbeistand richten sich in der Regel nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Maß geblich für die Höhe ist, was im Ehevertrag geregelt wird. Ebenfalls entscheidend: die Höhe des Vermögens. Je größer es ist, desto höher fallen auch die Gebühren aus. Wenn besonders viele Angelegenheiten zu regeln sind, bietet sich eine Honorarvereinbarung nach Stundensatz an.


Kategorie

Recht & Finanzen

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