Egal ob Mann oder Frau, wer zum Trauzeuge ernannt worden ist, darf sich freuen. Denn meist bitten die Brautleute ihre allerbesten Freunde, dieses ehrenvolle Amt zu übernehmen. Aber was bedeutet es nun genau, Trauzeuge zu sein? Resultieren daraus bestimmte Pflichten oder gar rechtliche Konsequenzen? Und was ist eigentlich, wenn es, aus welchen Gründen auch immer, niemanden gibt, der für dieses Amt in Frage kommt?

 

Welche Aufgaben Trauzeugen aus staatlicher und kirchlicher Sicht haben und welche Traditionen hierzulande mit dem Ehrenamt verbunden werden – ausführliche Informationen dazu auf den nächsten Seiten. Für alle, die im Vorbereitungsstress sind und weniger lesen möchten, lässt sich zusammengefasst sagen: Die eigentliche Grundaufgabe der Trauzeugen, nämlich – wie der Name schon sagt – bei der Trauung dabei zu sein, um diese zu bezeugen, ist rein rechtlich überholt.

 

Weder beim Standesamt noch bei der evangelischen Kirche sind Trauzeugen notwendig, nur die katholische Kirche besteht noch darauf.

Auf dem Standesamt

Bei der standesamtlichen Eheschließung haben Sie als Brautpaar die freie Wahl, ob Sie gänzlich ohne, mit einem oder mit zwei Trauzeugen heiraten. Sollten Sie sich für die Anwesenheit von Trauzeugen entscheiden, so bestätigen diese die Eheschließung mit ihrer Unterschrift. Bevor Sie aber nun Ihre beste Freundin oder Ihren besten Freund fragen, ob sie/er das ehrenvolle Amt übernehmen möchte, sollten Sie noch wissen, dass Trauzeugen auf dem Standesamt folgende Voraussetzungen erfüllen müssen:

  • Vollendung des 18. Lebensjahrs
  • Inhaber eines gültigen Ausweises (muss vorgelegt werden)
  • Körperliche, geistige oder sprachliche Einschränkungen, die den Trauzeugen daran hindern, der Trauung zu folgen, dürfen nicht vorliegen. Wichtig: Spricht der Trauzeuge kein deutsch, muss ein Dolmetscher übersetzen.

Trauzeugen in der katholischen Kirche

 

Bei der katholischen Trauung sind, neben dem beauftragten Traupriester, zwei Zeugen nötig. Diese haben vor allem die Aufgabe, zu bezeugen, dass sie das Ja-Wort der Brautleute gehört haben. Darüber hinaus hält der Trauzeuge der Braut beim Ringwechsel üblicherweise den Brautstrauß, während der Trauzeuge des Bräutigams die Ringe reicht. Die Trauzeugen bei einer katholischen Trauung müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

 
  • Vollendung des 14. Lebensjahres
  • Körperliche oder geistige oder sprachliche Einschränkungen, die das Erfassen des Trauvorgangs verhindern, liegen nicht vor
 
Gut zu wissen

Da den Trauzeugen aus ihrer Funktion keine bleibenden Pflichten entstehen, sind das Religionsbekenntnis, der Familienstand und die persönliche Einstellung zu Ehe und Familie unerheblich.

Trauzeugen in der evangelischen Kirche

In der evangelischen Kirche haben Trauzeugen keine offizielle Funktion. Das heißt, evangelische Traumhochzeiten können, müssen aber nicht ohne Trauzeugen stattfinden.

Auch wenn es keine Pflicht ist, viele Paare möchten auf Trauzeugen nicht verzichten. Ob aus Liebe zur Tradition, um der Freundin/dem Freund eine besondere Wertschätzung entgegenzubringen, mehr Unterstüzung bei den Hochzeitsvorbereitungen zu erhalten oder weil der symbolische Akt so viel Romantik versprüht... die Gründe sind vielseitig.

Wurden für die evangelische Trauung Trauzeugen ernannt, können diese am Gottesdienst mitwirken, indem sie zum Beispiel eine Lesung übernehmen oder sich am Fürbittgebet beteiligen.